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학술저널

저항과 절대적 자유의 상징 안티고네(Ⅱ)

  • 한국독일언어문학회
  • 독일언어문학
  • 제40집
  • 2008.06
    143 - 167 (25 pages)
  • 121
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Bertolt Brecht und Jean Anouilh lebten in einem extrem turbulenten Zeitraum innerhalb Europas in den 1930er und 1940er Jahren, und erfuhren als Zeitgenossen selbst die Konflikte zwischen Staat und Individuum, zwischen Staatsordnung und Menschenrecht, zwischen Staatspolitik und Humanismusanspruch. Diese Erlebnisse sowie die darauffolgenden gesellschaftlichen, kulturellen Phänomene veranlassten den grossen deutschen Dramatiker Brecht und den beliebten französischen Autor Anouilh, ausgehend von der『Antigone』von Sophokles, aber auch aus eigener geschichtlicher Perspektive, eine völlig neue eigene『Antigone』zu schaffen. Ihre Protagonistin ist als Symbol des Widerstands sowie der absoluten Freiheit in der Moderne immer noch gültig. Brecht beschäftigte sich im November 1947 mit der Bearbeitung der Tragödie des Sophokles nach der Übertragung von Hölderlin für die Bühne, nachdem er aus langjährigem Exil in den USA nach Europa zurückgekehrt war. Sein Stück nannte er『Antigone des Sophokles』und es kam am 15. Februar 1948 in der schweizerischen kleinen Stadt Chur zur Uraufführung. Die Erstaufführung in Deutschland fand 1951 in Greiz in der ehemaligen DDR statt. Bei der Bearbeitung berücksichtigte Brecht zwei Perspektiven: Einerseits führt Kreon einen grausamen Raubkrieg gegen Argos herbei, um von seiner ‘Mißwirtschaft in Theben’ abzulenken. Das weist auf die Parallele zu dem Dritten Reich und dem fehlgeschlagenen Angriff von Hitler auf Europa hin. Andererseits gibt es ganz unterschiedliche Weltanschauungen zwischen der Antike und der Moderne: Das Schicksal des Menschen in der Antike ist von den Göttern vorherbestimmt und er kann sich nicht individuell befreien. Dagegen ist das Schicksal des modernen Menschen nur vom Menschen selber bestimmt. Brecht fügt einen eigenen kurzen Prolog hinzu und gestaltet die Handlung der antiken Tragödie in einigen Punkten ins Gegenteil um, um den politischen Zusammenhang der erzählten Wirklichkeit in seinem Stück mit der Kriegs- situation des Nationalsozialismus zu verkoppeln und auf diese Weise die Analogie von Kreon und Hitler, Argos und Stalingrad zu verdeutlichen: 1. Bei Brecht wird Theben nicht von Argos angegriffen, sondern Kreon, der König von Theben, führt ‘einen Raubkrieg gegen das ferne Argos’ herbei, damit er die Erzgruben in Argos in Besitz nehmen kann. 2. Etheokles als Verteidiger und Polyneikes als Angreifer töten sich - im Gegensatz zu Sophokles - nicht im Kampf gegeneinander, sondern beide Brüder stehen auf der Seite Thebens, und Kreon tötet Polyneikes als Feigling, der nach dem Tod seines Bruders aus der Schlacht mit Argos entflieht. 3. Theben erringt bei Brecht den Sieg im Krieg nicht, sondern wird vom Feind besiegt. Und Theben geht zusammen mit seinem Tyrannen Kreon unter. 4. Die Antigone von Brecht ist nicht der Prototyp der ewigen Humanität der Antigone von Sophokles, welche Widerstand leistet aus Bruderliebe und göttlichem Gesetz, sondern sie ist die Figur des Widerstands, die gegen die Tyrannei des totalitären Herrschers protestiert. Aus dieser Sicht wird Brechts Antigone politischer als die Antigone des Sophokles. Außerdem gestaltet Brecht den Tiresias vom göttlichen Seher um in einen guten Beobachter. Er verzichtet auf die Figur der Königin Eurydike und erfindet stattdessen eine neue Figur, nämlich den Megareus, den ältesten Sohn von Kreon. Abgesehen von dieser dichterischen Freiheit behält Brecht wichtige Motive der Sophokleischen Tragödie bei. Anouilh hatte mit seinem Stück『Antigone』, das am 4. Februar 1944 im von den Nazis besetzten Paris uraufgeführt wurde, einen großen Erfolg. Als er aber die Reaktionen auf die Aufführung seines Stücks sehr zwiespältig fand, äußerte er, dass er『Antigone』lieber nicht geschrieben hätte. Er selbst lehnte

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