In erster Linie richtet sich diese Studie auf die imperialistische Raumpolitik und Stadtplanung, die das Deutsche Reich in der deutschen Kolonie Tsingtao in China im spaten 19 und beginnenden 20. Jahrhundert durchgefuhrt hat, sowie deren architektonische Hintergrunde. Zweitens erfahrt der deutsche Architekturstil, den Deutschland in die Kolonie verpflanzt hat, eine tiefgehende Analyse. Drittens wird der Konvergenzprozess von Geschichte, Architektur, Technik und Kunsten in einem spezifischen Raum beschrieben, indem nicht nur der deutsche bzw. chinesische traditionelle Architekturstil in Tsingtao verfolgt wird, sondern auch die Wiederaufnahme, Imitation, und die Mischung traditioneller chinesischer Stile. Zuletzt nimmt diese Studie die geschichtliche Analyse und forschungsgeschichtliche Bedeutung von Tsingtao als imperialistischer Raum und Raum der Konvergenz in den Blick. Imperialismus und Moderne sind untrennbar voneinander. In jener Zeit war es ublich, dass die Weltmachte versuchten, ihre Kolonien unter verlangerter Herrschaft zu halten durch sogenannt uberlegene modeme Wissenschaft und Technologie, Kultur, Kunste etc. Wie das koloniale Erziehungswesen ein Mittel war, die geistige Welt der kolonialen Untertanen zu dominieren, spielte die Architektur eine verlassliche Rolle in der Kontrolle ihrer physischen Umgebung. Die Kulturpolitik, die das Deutsche Reich in seiner Kolonie Tsingtao durchfuhrte, zielte auf kulturellen Transfer durch Heranziehung moderner Architektur, und deutsche Architekten agierten als loyale Kanale fur deutsche Kultur. Es gibt keinen Zweifel, dass dieses ein Mittel war, um die deutsche Kolonialherrschaft in China zu rechtfertigen und ihre Dauerhaftigkeit zu sichern. Deutschland plante, einen modemen Stadtraum in Tsingtau zu schaffen, ausgestattet mit maritimen, kulturellen, hygienischen und der Erholung dienenden Funktionen. Insbesondere, trotz der enormen Ausdehnungen, hat Deutschland einen systematischen Neuen Tsingtaoer Stadtbauplan entworfen in der Absicht, eine modeme Stadt zu errichten unter Heranziehung von transferierten deutschen Architekturtechniken und -stilen. Dies deshalb, weil der deutsche Kulturimperialismus langfristig als kulturelle Expansion zur Vergroßerung des eigenen Status und Einflusses in der gesamten ostasiatischen Region angelegt war. In der Zeit des Imperialismus war Tsingtao nicht in der Lage, die einseitig deutsche Verpflanzung von Kultur abzuwenden. Doch als kleines Fischerdorf hat es keine schadlichen Konsequenzen etwa in Form der Zerstorung traditioneller Architektur durch die deutsche Architektur erlitten, anders als Stadte wie Peking, Schanghai und Wuhan, deren Zentren aus traditioneller Architektur bestanden. Daruber hinaus bewahrt der modeme Stadtraum von Tsingtao soziokulturelle Funktionen, trotz der Wandlungen zur Kolonialzeit, zweier japanischer Besatzungszeiten und der Weltkriegswirren. Und: Als deutsches Kolonialerbe hat deutsche Architektur einen neuen Konvergenzraum gebildet, indem sie sich anpasste und traditionelle chinesische Stile vermischte. Tsingtao ist sogar zu einem Symbol der Modeme fur die Chinesen geworden, da es von der chinesischen Zentralregierung in den 1990er Jahren zu einer Modellstadt fur Offnung und Reformen erklart wurde. Chinesische Architekten haben in positiver Weise das Kolonialerbe aufgenommen und weiterentwickelt, indem sie den deutschen Architekturstil imitiert und vermischt haben. Folglich stellt Tsingtao ein Modell fur Falle kultureller Konversion dar, entsprechend der Definition durch den Historiker der Naturwissenschaft Peter Galison im Rahmen seiner Trading Zone -Theorie.
Ⅰ. 들어가는 말
Ⅱ. 독일의 해양식민도시 칭다오(靑島)
Ⅲ. 식민지 도시공간의 형성
Ⅳ. 식민지 도시공간의 변화
Ⅴ. 나가는 말
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