Die vorliegende Abhandlung ist ein Versuch, in der sudkoreanischen Hauptstadt Seoul Spuren des preußischen Klassizismus zu finden. Der preußische Klassizismus, der in der preußischen Hauptstadt Berlin seine ideale Auspragung fand, wurde von der japanischen Fuhrungselite auf eigene Weise ubernommen und diente bald danach der kolonialistischen Ordnungsmacht auf einem ganz fremden Boden. Auf der koreanischen Seite hinterließ dieser Vorgang jenes unentrinnbare Trauma, das uber die Periode der japanischen Kolonialherrschaft hinaus auf kollektive Erinnerung der koreanischen Bevolkerung nachhaltig fortwirkte. Die vorliegende Abhandlung widmet sich der spezifischen “Raumlichkeit” der modernen Großstadte unter Bezugnahme auf die Hypertrophie kultureller Verschmelzung und wechselnde Konfiguration von Raum und Erinnerung. Dieser Themenstellung zufolge besteht die vorliegende Abhandlung aus drei Teilen. Der erste Teil behandelt den preußischen Klassizismus im Hinblick auf sein kulturelles Ideal, seinen Machtanspruch und die entsprechenden kolonialistischen Implikationen. Hierfur ruckt vor allem die Architektur Karl Friedrich Schinkels in den Vordergrund, die eine zentrale Rolle fur die stadtraumliche Konfiguration Berlins spielte. Der zweite Teil behandelt eine nachhaltige Einwirkung des preußischen Klassizismus in japanische Stadtraume. Als Themen gelten hierfur die japanische Aneignung des preußischen Kulturerbes und ihre Wirkung auf die imperiale Hauptstadt Tokio. Der dritte Teil behandelt das Vermachtnis des deutsch-japanischen Klassizismus in Seoul vor und nach der nationalen Befreiung Koreas. Fur dieses letzte Thema soll in erster Linie die Errichtung, der Funktionswandel und schließlich der Abriß eines kolonialpolitisch signifikanten Gebaudes in Seoul untersucht werden: Das Hauptgebaude des Chosuner Generalgouvernement. Diese Untersuchung kommt zu der Feststellung, daß die Authentizitat von Erinnerung und Raum in einer historisch geladenen Großstadt wie Seoul immer fiktiv und variabel. Das ehemalige Hauptgebaude des Chosuner Generalgouvernement, das nach der nationalen Befreiung Koreas als “Capitol Hall” umbenannt wurde, weckte in Seouler Burgern keine Haßgefuhle, insofern als sie dieses als ein “neuzeitliches Gebaude” ansahen. Die Burger optierten aber fur den Abriß, weil dieses Gebaude sie nun wieder starker an ihre koloniale Vergangenheit erinnerte. Ihre kollektive Erinnerung pendelt zwischen Modernisierung und Kolonialisierung, legitimiert manchmal die Modernisierung des Stadtraumes und manchmal seine radikale Veranderung.
Ⅰ. 주제와 방법: 도시 기억에 어떻게 접근할 것인가?
Ⅱ. 프로이센 고전주의의 식민주의적 함의
Ⅲ. 일본 제국에 이식된 프로이센 고전주의
Ⅳ. 프로이센 고전주의와 포스트식민주의적 ‘기억의 터’
Ⅴ. 결론
〈Abstract〉
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