Die vorliegende Abhandlung geht von einer Infragestellung der gängigen koreanischen Geschichtskultur aus, die sich durch die Idee der sogenannten “Schadenabwicklung der Vergangenheit” auszeichnet. Diese für südkoreanische Verhältnisse signifikante Ideenvorgabe ergab sich aus den unbewältigten Erben der japanischen Kolonialherrschaft. Sie nimmt zwar eine Enthüllung der bisher verschleierten “Wahrheit” in Aussicht, zieht aber letztlich einem weiteren Umgang mit der Vergangenheit feste Schranken. Wohlverstanden, die Vergangenheit ist, wie belastet auch immer, nicht fertig abzurechnen, sondern unablässig aufzuarbeiten. Hierbei liefert der sich in der alten Bundesrepublik herausgebildete Begriff der “Vergangenheitsbewaltigung” ein lehrreiches Vorbild, obwohl er spezifisch auf die NS-Vergangenheit angelegt war. Er erweist sich namlich als ein multikomplexes Handlungsgeflecht, jeder teil dessen sich als inkommensurabel bekundet: Verdrängung, strafliches Verfahren, Rehabilitierung, Entschädigung und letztlich die “Aufarbeitung der Vergangenheit” im Sinne von Theodor Adorno. Diese letzte Option ist zumal in den koreanischen Verhältnissen von groβem Belang, denn es fehlt hierzulande die Einsicht, daβ sowohl Schuld als auch Opfer immer wieder durch ein neues politisches, künstlerisches und wissenschftliches Medium in Erinnerung gebracht werden und damit sich nachhaltig zur Konstitution von Identität unserer Gesellschaft beitragen sollen. Ansonsten würde die an sich stumme Vergangenheit leicht politischer Instrumentalisierung aussetzt. Wie die Begriffsgeschichte der “Vergangenheitsbewältigung” in der alten Bundesrepublik belehrt, wird die Last der Vergangenheit mit Hilfe mühseliger Aufarbeitung langsam “bewaltigt” und letzten Endes kann ihr negatives Erbe unverkennbar in eine positives Identitätsvorgabe umgewandelt werden.
Ⅰ. 과거청산 개념의 문제점
Ⅱ. 과거극복 개념의 어제와 오늘 - 형성, 정착, 변이
Ⅲ. 과거극복의 이론 - 목적, 형식, 한계
Ⅳ. 애도 - 과거극복의 이념형
Ⅴ. 과거의 청산에서 극복으로
Zusammenfassung
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