Mit der neu formierenden Industriegesellschaft im Deutschen Kaisserreich entstand die deutsche Ausländerbeschäftigung im groβen Stil. Trotz der langen Tradition der Ausländerbeschäftigung wurde sie aber immer wieder als vorübergendes und gegenwärtiges Phänomen angesehen, was sich sowohl auf die Forschung als auch auf die Politik auswirkte: vor kurzem wurde die Ausländerbeschäftigung bzw. die Arbeitsmigration immer noch von der historischen Forschung gar nicht oder nur am Rande behandelt. In der politischen Praxis galt die Ausländerbeschäftigung lange ausschlieβlich als eine vorübergehende Lösung für das Problem auf dem Arbeitsmarkt. Von Anfang an wurden ausländische Arbeitskräfte als vorübergende Beschäftigte in der Expasion eingestellt, die in der Krisenzeit wieder gehen sollte. SoIche Vorstellung hat seit langem die deutsche Ausländerpolitik maβgeblich gepragt, in deren Mittelpunkt die Ausländerbeschäftigung seit dem Übergang Deutschlands vom Auswanderungsland zum Arbeitskräfteeinfuhrland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stand. Die arbeitsmarktbezogene kurzfristige Ausländerpolitik kam der gesellschaftlichen Ausländerproblematik in der BRD nicht zugute, da sie den politischen Akteuren eine Fiktion der Lösbarkeit solches Problems verlieh. Die gesellschaftliche Problematik, welche die Ausländerbeschäftigung auslöste, erwies sich aber als schwer lösbar, Daher ist die vergangene Anwerbepolitik im Wirtschaftswunder allmahlich in die Kritik geraten: die arbeitsmarktbezogene Ausländerpolitik wäre auf das kurzfristige Ergebnis, die Fortsetzung des Wirtschaftswachstums, fixiert. Daher habe die deutsche Anwerbepolitik die gesellschaftliche Problematik der Ausländerbeschäftigung übersehen. Diese Kritik kann aber schnell relativiert werden, wenn man die Frage stellt, was dann die Alternative der Ausländerbeschäftigung gewesen wäre. Der technische Fortschritt, vor allem die Rationalisierung der Produktionsmethode, die Adaption der neue Generation Automation und die Verschiebung des Standortes ins Ausland, war eine langfristige Unternehmung, die zunächst mit Schaden und Risiko verbunden war. Auβerdem war die Ausländerbeschäftigung in der industriellen Wachstumsgesellschaft schon längst etabliert. Sie ist in das deutsche soziale System der Produktion eingebettet, das verschiedene eng miteinander verflochtene Institutionen und Organisationen im historischen Verlauf formiert haben. Mit dem kurzfristigen Beitrag zum wirtschaftlichen Wachstum trug sie zur Stabilität der deutschen Gesellschaft in den 60er Jahren bei. Das wirtschaftliche Wachstum war eins der höchsten Ziele der Gesellschaft. Wachstumseinbussen in Bezug auf die Erschöpfung des Arbeitsmarktes wären ein Unruhestifter gewesen, der die Stabilität und Konsens der Gesellschaft bedroht härte. Vor diesem Hintergrund war der Verzicht auf die Ausländerbeschäftigung bei fast allem Zeitgenossen, Politiker, Unternehmer und Arbeitnehmer schwer zu leisten. Die gesellschaftlichen Probleme waren ein Attribut der Ausländerbeschäftigung, die längst zum wichtigen bzw. unentbehrlichen Bestandteil der deutschen Industiregesellschaft geworden war.
Ⅰ. 머리말
Ⅱ. 독일 외국인고용의 역사와 유형: 이동노동자 (Wanderarbeiter), 이방인노동자(Fremdarbeiter), 초청노동자(Gastarbeiter)
Ⅲ. 노동시장 중심의 독일 외국인정책
Ⅳ. 맺음말
Zusammenfassung
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